Kanzleialltag

Die eigene Kanzlei gründen

Melanie Weiler | 20. Februar 2018

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Die eigene Kanzlei – der Traum vieler Juristen. Aber damit dies nicht zu einem Alptraum wird, müssen Sie als Gründer schon vorab vieles beachten. Mit der Erstellung eines Businessplans definieren Sie zunächst Ihre Geschäftsidee und somit Ihr Dienstleistungsangebot. Nicht zu vergessen ist dabei eine ausführliche Markt- und Wettbewerbsanalyse. Sie sollten genau wissen, wer Ihre Zielgruppe ist und ob sie mit Ihrer Geschäftsidee diese Zielgruppe auch für sich gewinnen können. Gleichzeitig sollten Sie sich auch Ihre Wettbewerber ganz genau anschauen. Je umfangreicher Ihr Dienstleistungsangebot ist, um so größer ist auch der Wettbewerb. Überlegen Sie sich daher, ob Sie sich nicht in einem Spezialgebiet besser positionieren können.  [...]


Die eigene Kanzlei gründen – Mit dem richtigen Plan zum Erfolg

 

Die eigene Kanzlei – der Traum vieler Juristen. Aber damit dies nicht zu einem Alptraum wird, müssen Sie als Gründer schon vorab vieles beachten. Mit der Erstellung eines Businessplans definieren Sie zunächst Ihre Geschäftsidee und somit Ihr Dienstleistungsangebot. Nicht zu vergessen ist dabei eine ausführliche Markt- und Wettbewerbsanalyse. Sie sollten genau wissen, wer Ihre Zielgruppe ist und ob sie mit Ihrer Geschäftsidee diese Zielgruppe auch für sich gewinnen können. Gleichzeitig sollten Sie sich auch Ihre Wettbewerber ganz genau anschauen. Je umfangreicher Ihr Dienstleistungsangebot ist, um so größer ist auch der Wettbewerb. Überlegen Sie sich daher, ob Sie sich nicht in einem Spezialgebiet besser positionieren können.  

Die Formalitäten – Der erste Schritt in die Selbstständigkeit

Zunächst ist die Zulassung zur Anwaltschaft notwendig. Damit verpflichten Sie sich auch in die Rechtsanwaltskammer und das Versorgungswerk der Rechtsanwälte einzutreten.
Außerdem müssen Sie Ihren zukünftigen Kanzleisitz der Rechtsanwaltskammer und dem Finanzamt melden. Für die Beschäftigung von Mitarbeitern benötigen Sie eine Betriebsnummer. Diese beantragen Sie bei der örtlichen Bundesagentur für Arbeit. Melden Sie Ihre Angestellten, soweit sie sozialversicherungspflichtig sind, bei der Krankenkasse an und denken Sie auch an die Anmeldung bei der Verwaltungsberufsgenossenschaft.

Die Finanzplanung – Kein Buch mit sieben Siegeln

Besonders wichtig ist für die erfolgreiche Gründung eine detaillierte und realistische Finanzplanung, die vor bösen Überraschungen schützt. Nicht selten scheitern Gründer an überschätzten Einnahmen und unterschätzten Ausgaben. In Ihrem Finanzplan sollten Sie folgende Punkte berücksichtigen und bewerten:

  1. Einnahmen:
    Gerade die Einnahmen in den ersten Jahren nach dem Schritt in die Selbständigkeit werden oft überschätzt. Zunächst sollten Sie berücksichtigen, dass Sie am Anfang neben den hohen Investitionskosten bereits laufende Kosten haben – noch bevor Sie überhaupt richtig starten können. Bis der erste Mandat in Ihrer Kanzlei beraten wird, vergehen oft Wochen oder Monate. Denn auch wenn Sie hervorragende Qualifikationen besitzen, müssen sich diese erst einmal herumsprechen. 
  2. Investitionskosten:
    Die Investitionskosten schlagen vor allem zu Beginn Ihrer Selbstständigkeit zu Buche. Machen Sie hier eine genaue Aufstellung, welche Kosten zu erwarten sind. Folgende Kosten können auf Sie zukommen:
    • Beschaffungskosten für die Kanzleiräume wie Maklercourtage
    • Renovierungskosten 
    • Kosten für die Büroausstattung (Möbel, Telefonanlagen, Telefonapparate, Faxgerät, EDV-Technik, Fotokopierer, Kaffeemaschine, Kühlschrank)
    • Allgemeiner Bürobedarf wie Schreibgeräte, Ordner, Stempel
    • Geschäftsfahrzeug 
    • Kosten für die Erstellung einer Homepage
    • Kosten für Visitenkarten, Briefpapier, Türschilder
    • Kosten für Werbemaßnahmen zur Eröffnung wie Anzeigenschaltung in Online- und Printmedien sowie für eine Eröffnungsfeier
  3. Laufende Kosten im Kanzleibetrieb: 
    Während die Investitionskosten meistens gut geplant werden, unterschätzen viele die laufenden Bürokosten. Arbeiten Sie deshalb hier besonders genau, um nicht an diesen Kosten zu scheitern. Mit folgenden Kosten müssen Sie rechnen: 
    • Kosten für die Räumlichkeiten (Miete, Instandhaltung, Strom und Wasser, Reinigung, GEZ) 
    • Kosten des Geschäftsfahrzeugs wie Benzin, Versicherung, Wartung ggf. auch Leasingraten
    • Versicherungen wie Berufshaftpflicht, Berufsunfähigkeitsversicherung, Krankenversicherung, Rentenversicherung, Sachversicherungen
    • Personalkosten (Gehälter, Arbeitgeberanteile zu den Sozialversicherungen, Zusatzleistungen wie z.B. Urlaubsgeld)
    • Kosten für die Personalsuche z.B. für Stellenanzeigen 
    • Weiterbildungskosten für sich selbst und die Mitarbeiter
    • Reise- und Bewirtungskosten
    • Kosten für Werbung 
    • Telefon- und Portokosten
    • Kosten für den Einsatz einer Kanzleisoftware oder für gebührenpflichtige Online-Dienste
    • Kosten für Dienstleistungen wie Steuerberatung, IT-Support, Buchhaltung
    • Allgemeine Büromittel wie Kopier- und Briefpapier, Toner, Heftklammern, Schutzhüllen, Aktenordner
    • Fachliteratur wie Bücher oder Abonnements von Fachzeitschriften
    • Beiträge an Berufsverbände/Kammern
    • Abschreibungen für Einrichtung, Geschäftswagen, technische Ausstattung
    • Unvorhergesehene Ausgaben 

 

Aller Anfang muss nicht schwer sein ...

... sondern nur gut geplant. Ein ausgereifter Businessplan und eine detaillierte Übersicht der zu erwartenden Kosten sind für die Kanzleigründung eine solide Basis. Erarbeiten Sie sich Checklisten, die sie dabei unterstützen den Überblick im Kanzleialltag zu behalten, und organisieren Sie die Arbeitsabläufe in Ihrer Kanzlei von Anfang an strukturiert. So können Sie sich am hart umkämpften Markt der Rechtsberatung behaupten und sich ganz auf Ihre Mandanten konzentrieren.

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